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DÜBEL-GLOSSAR  Stand 06.01.2012

 

 

Abstandsmontage

Beton
Betongüte
Betonschraube
Bohrverfahren
  Drehbohren
  Schlagbohren
  Hammerbohren

cc-Verfahren

DiBt
Drehbohren

Edelstahl
ETA
ETAG

EOTA

Fehlbohrungen

 

Hammerbohren
HCR-Stahl
Hinterschnittanker

Klemmstaerke
Korrosionsschutz
Korrosionsgeschützt
Korrosionsbeständigkeit
Korrosionswiderstand
Korrosionssicher

Metallspreizdübel

 

Schlagbohren

 

Verbundanker
Verzinkung

 

 

 

 

Abstandsmontage

Bei der Abstandsmontage wird das anzuschließende Bauteil in einem bestimmten Abstand zur Verankerungsoberfläche druck- und zugfest befestigt. Zu beachten ist hierbei das dann auf den Dübel einwirkende Biegemoment.

Beton

Es wird zwischen Normal- und Leichtbeton unterschieden. Beton ist ein künstlicher Stein, der aus einem Gemisch von Zement, Betonzuschlag und Wasser durch Erhärten des Zementleimes entsteht.

Betongüte
Üblicherweise werden in den bauaufsichtlichen Zulassungen Betongüten von C20/25 bis C50/60 berücksichtigt

Betonschraube

Schraubdübel (besser bekannt als Betonschrauben) sind ein relativ neues Befestigungssystem. Der Dübel wird in ein vorgebohrtes zylindrisches Bohrloch eingeschraubt. Das Spezialgewinde der Betonschraube schneidet beim Einschrauben ein Innengewinde in den Verankerungsgrund. Die Verankerung erfolgt durch den Formschluss des Spezialgewindes. Ob das Anbauteil mit Schraubdübeln befestigt werden darf, hängt deshalb vor allem vom Verankerungsgrund ab. Betonschrauben sind je nach Zulassung zur Schwerlastbefestigung im gerissenen oder ungerissenen Beton im Innen- oder Außenbereich (in diesem Fall nur in Edelstahl A4) zugelassen und werden teils auch im System mit Mörtel verarbeitet. Typische Einsatzgebiete sind Geländer- und Lärmschutzbefestigungen auf Straßen und Brücken oder die Verankerung von Hochregalen im Innenbereich. 

Bohrverfahren

Drehbohren:
mit normaler Bohrmaschine, ohne Schlag in Porenbeton, Hohlmauerwerk und Wandbauplatten

(damit die Baustoff-Stege nicht ausbrechen und das Bohrloch nicht zu groß wird).

Schlagbohren:
mit Schlagbohrmaschine für hartes Vollmauerwerk (Vollziegel, Kalksandvollstein etc.).


Hammerbohren:

mit Hammerbohrer, speziell für die Montage von Schwerlastankern in Beton und Naturstein, bei denen hohe Ansprüche an die Bohrqualität gestellt werden. 

cc-Verfahren Das cc-Verfahren ist ein Verfahren zur Bemessung eines Dübels/ einer Dübelgruppe

DiBt Deutsches Institut für Bautechnik mit Sitz in Berlin

Drehbohren siehe Bohrverfahren 



Fehlbohrungen     (aus: Handbuch der Würth Dübeltechnik)

Fehlbohrungen sind Bohrungen, die an der falschen Stelle gebohrt wurden, oder wegen Auftreffens auf die Bewehrungsstäbe nicht die erforderliche Bohrtiefe erreichen, oder Bewehrungsstäbe berühren, so dass der Dübel nicht mehr ordnungsgemäß montiert werden kann In Fehlbohrungen darf nicht verankert werden. Sind Fehlbohrungen aufgetreten, ist in den Zulassungsbescheiden ein Mindestabstand zwischen Fehlbohrung und neuer Bohrung vorgeschrieben.

Edelstahl Dübel aus Edelstahl sind in der Regel in den Werkstoffnummern 1.4401, 1.4404 (A4), 1.4571 (A5)

oder 1.4529, 1.4547 (HCR-Stahl) erhältlich 

ETA = Europäisch-Technische Zulassung  (European Technical Approval)

Die ETA beschreibt die Eigenschaften eines Dübels. Sie gibt technische Daten an wie z.B. Lasten und Randabstände, beschreibt die Anwendungsbedingungen und Anforderungen an den Verankerungsgrund und beinhaltet Regelungen zur statischen Bemessung und Verarbeitung des Dübels. ETAs werden auf der Grundlage von Gutachten unabhängiger Institute durch die Mitglieder der EOTA für eine Dauer von maximal 5 Jahren erteilt. Die Gutachten beinhalten Versuchsergebnisse, die in nach ETAG 001 vorgeschriebenen Versuchen ermittelt wurden. Daraus werden die technischen Daten, die für einen Dübel zugelassen werden, wie z.B. die zulässige Zuglast ermittelt. Durch die Verwendung der in der Zulassung angegebenen Daten ist es möglich nachzuweisen, dass ein Dübel für die Anforderungen an einem speziellen Befestigungspunkt geeignet ist.

 

ETAG  = Europäische Leitlinie für technische Zulassungen von Bauprodukten (European Technical Approval Guideline) Es gibt ETAGs für die unterschiedlichsten Bauprodukte. Die Bestimmungen für Dübel hinsichtlich Versuchsdurchführung, Auswertung der Versuche und Bemessung von Dübeln sind in der ersten Europäische Leitlinie für technische Zulassungen beschrieben, der ETAG 001.

 

EOTA = Europäische Organisation für technische Zulassungen (European Organisation for Technical Approvals) Die EOTA erarbeitet Zulassungsleitlinien (ETAGs) auf Basis von Mandaten der Europäischen Kommission. Mitglieder der EOTA sind nationale Zulassungsstellen der Mitgliedsländer wie z.B. das Deutsche Institut für Bautechnik in Berlin (DIBT) oder das Centre Scientifique et Technique du Bâtiment (CSTB) in Frankreich.

Hammerbohren siehe Bohrverfahren 


HCR-Stahl
Hochkorrosionsbeständiger Stahl mit den Werkstoffnummern 1.4547 und 1.4529 für die Verwendung in hochkorrosionsgefährderten Atmosphären wie z.B. Schwimmbädern oder Straßentunneln

Hinterschnittanker

Neben den Verbundankern gibt es für Beton auch verschiedene bauaufsichtlich zugelassene Hinterschnittanker. Bei diesen wird ein Hinterschnitt (Formschluss) dadurch erreicht, dass durch einen Spezialbohrer das Bohrloch an seinem Grund aufgeweitet wird, oder der Dübel beim Setzen die Erweiterung automatisch herstellt. Durch eine Keilkonstruktion o. Ä. wird erreicht, dass der Hinterschnittanker dieses aufgeweitete Bohrloch vollständig ausfüllt. Hinterschnittanker werden meist für die Schwermontage verwendet. Sie tragen weitaus höhere Lasten als Spreizdübel, was teilweise mit dem erwähnten Formschluss zusammenhängt, aber auch damit, dass sie die Lasten weiter von der Oberfläche entfernt definiert einleiten. Es gibt auch Hinterschnittanker, die in der gerissenen Zugzone eines Betonbauteils verwendet werden dürfen 

Klemmstärke
Die Klemmstärke eines Dübels gibt die mögliche Bauteildicke an, die befestigt werden kann.


Korrosionsschutz (DIN EN ISO 8044)

Veränderung eines Korrosionssystems derart, dass Korrosionsschäden vermieden werden. Erläuterung: Unter Korrosionsschutz wird die Summe aller Maßnahmen verstanden, die dazu beitragen, Werkstoffe vor der Zerstörung durch chemische und/oder physikalische Angriffe (aggressive Medien, Bewitterung, Tauwasser etc.) zu schützen. Ziel ist, das Ausmaß der Korrosion so zu begrenzen, dass Korrosionsschäden, d.h. der Verlust oder die Einschränkung der Funktion eines Bauteils oder einer Anlage, vermieden werden.


Korrosionsgeschützt (nicht normativ geregelter Begriff)
Dieser Begriff gibt an, dass Bauteile mit Hilfe von Beschichtungen (organische Schichten, z.B. Lack, Pulverbeschichtung) und/oder Überzügen (anorganische Schichten, z.B. Verzinkung, Chromatierung, Emaillierung) vor den einwirkenden Umgebungsbedingungen geschützt werden. Erläuterung: Teilweise wird dieser Begriff auch für korrosionsbeständige Werkstoffe verwendet, bei denen die vorhandene Korrosionsbeständigkeit durch weitere Maßnahmen erhöht wurde (z.B. Aluminium korrosionsgeschützt gleich anodisch oxidiertes Aluminium)


Korrosionsbeständigkeit (DIN EN ISO 8044)
Fähigkeit eines Metalls, seine Funktionen in einem gegebenen Korrosionssystem ohne Beeinträchtigungen durch Korrosion zu erfüllen. Erläuterung: Ist vom Planer gefordert, dass ein Bauteil „korrosionsbeständig“ sein muss, so ist damit gemeint, dass der Werkstoff (z.B. Edelstahl Rostfrei), aus dem dieses Bauteil hergestellt werden soll, unter den gegebenen Randbedingungen dauerhaft keinen Korrosionsschaden erleidet. Es ist dann nicht zulässig, einen Werkstoff mit Beschichtungen bzw. Überzügen einzusetzen. Dies könnte die Funktion des Bauteils einschränken und Korrosionsrisiken wieder erhöhen.

Korrosionswiderstand* (nicht normativ geregelter Begriff)

Dieser Begriff dient häufig der Werkstoffklassifikation korrosionsbeständiger Werkstoffe. Er ist keine Werkstoffkenngröße. Der Korrosionswiderstand ermöglicht eine Einteilung von Werkstoffen in Gruppen, die unter bestimmten Umgebungsbedingungen die Korrosionsbeständigkeit ohne zusätzliche Maßnahmen dauerhaft sicherstellen können. Erläuterung: Zur Verdeutlichung sei auf die Definition von Korrosionswiderstandsklassen in der Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung Z-30.3-6 „Erzeugnisse, Verbindungsmittel und Bauteile aus nichtrostenden Stählen“ verwiesen. In Ausschreibungs- und Planungsunterlagen ist die konkrete Vorgabe einer Widerstandsklasse unbedingt erforderlich. Die zuständigen Prüfinstitute können, sofern ein Stahl nicht klassifiziert ist, diesen dem Widerstandsklassensystem durch Versuche bzw. Messungen zuordnen.

* Verschiedentlich wird der Begriff auch für nicht korrosionsbeständige Werkstoffe verwendet, wenn die Korrosionsgeschwindigkeit von Werkstoffen durch bestimmte Maßnahmen (z.B. Legierungszusätze) verringert werden kann. Man spricht dann häufig von einer Erhöhung des Korrosionswiderstandes, ohne dass ein korrosionsbeständiger Werkstoff vorliegt.

Korrosionssicher (nicht normativ geregelter Begriff)

Häufig in Regelwerken, Fachliteratur, Produktbeschreibungen und Bauausschreibungen angewandter ungenauer Begriff zur Beschreibung einer Erwartungshaltung in Bezug auf das Korrosionsverhalten. Er dient entweder zum Ausdruck vorliegender, langjähriger Erfahrungswerte mit bestimmten Korrosionssystemen oder als Ausdruck für eine gewünschte Eigenschaft, die durch geeignete Maßnahmen erreicht werden soll.

 

Erläuterung: Um eine nachprüfbare und sinnvolle Ausführungsbeschreibung zu erhalten, muss dieser Begriff näher erläutert werden. Wird der Begriff „korrosionssicher“ ohne weitere Angaben im direkten Zusammenhang mit dem Begriff „Bauteil, Produkt, Stahl oder Werkstoff“ etc. angewandt, so muss man für das Bauteil von einem korrosionsbeständigen Werkstoff, z.B. Edelstahl Rostfrei, ausgehen. Ansonsten ist die Beschreibung durch eine geeignete Schutzmaßnahme, wie z.B. schützendes Bauteil, Beschichtung oder Überzug zu ergänzen.


Schlagbohren siehe Bohrverfahren 

Metallspreizdübel   (aus: Handbuch der Würth Dübeltechnik)

Metallspreizdübel funktionieren nach dem Prinzip des „Reibschlusses“. Dabei wird die am Dübel angreifende Last durch Reibung zwischen der Spreizschale und der Bohrlochwandung in den Verankerungsgrund eingeleitet.

Verbundanker

Die so genannten Verbundanker sind im Regelfall bauaufsichtlich zugelassen und daher auch für höher belastete Verbindungen geeignet. Handelsüblich sind Zweikomponenten-Reaktionsharze in einer Glasampulle, der durch eine Ankerstange im Bohrloch zerstört und durch definiertes Drehen der Ankerstange vermischt wird. Das Harz füllt den Hohlraum zwischen Bohrloch und Ankerstange, dringt teilweise in die Poren des umgebenden Mauerwerks oder Betons, härtet zeit- und temperaturabhängig aus und verklebt die Ankerstange mit der Bohrlochwand. Solche Anker funktionieren ohne Spreizung bzw. Vorspannung und vermeiden so beim Setzen der Ankerstange eine mögliche Rissbildung im umgebenden Baustoff durch hohe Spreizkräfte. Neben dem Glaspatronensystem gibt es auch ein Injektionssystem, bei dem der Mörtel bestehend aus Harz und Härter mit einem Auspressgerät in das Bohrloch injiziert wird. Die Verwendung der genannten Systeme muss gemäß den bauaufsichtlichen Zulassungen erfolgen. Es gibt auch Verbundanker, die in der gerissenen Zugzone eines Betonbauteils verwendet werden dürfen, da sie eine sog. Spreizreserve besitzen. 

Verzinkung
In der Regel sind Ankerstangen feuerverzinkt (fv) oder galvanisch verzinkt (gv)